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20:00 Uhr, Café Central
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VORHANG AUF

Liebe Theaterfreunde,
Wer seinen Glauben verliert, befindet sich permanent auf der Suche nach einem Ersatz. Denn wie kann es sein, dass heute die modernen Rattenfänger, die Demagogen und Scharlatane diesen gewaltigen Zuspruch finden können? Denn Satan schläft nie, die Macht der bösen Geister scheint ungebrochen. Die Esoterik ist mehr als ein Hobby: Sie ist zu einer gigantischen Branche gewachsen, die in Deutschland schätzungsweise 25 Milliarden Euro pro Jahr umsetzt. Dabei bringen viele der Heilsversprecher nicht nur Gutes mit sich, wie der gestiegene Beratungsbedarf zeigt, sondern Not und Sorgen, Ausbeutung und Abhängigkeit an einen die humanen Werte verabscheuenden Guru. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir zurzeit aus jeder Krise eine Katastrophe machen!
Solche Themen – auch partei- und gesellschaftspolitisch – gehören auf die Bühnen unserer Theater. Die Menschen befinden sich seit Urzeiten auf der Suche nach dem Sinn. Hier haben das Schauspiel, die Oper und das Ballett eine wichtige Aufgabe, um aufzuklären, um wach zu rütteln, um den Blick zu weiten auf die Realität solcher vermeintlicher Heilsbringer. Seit es Theater gibt, waren diese Themen aktuell und regten zumindest zum Nachdenken an. Man könnte auch die ketzerische Frage stellen: Haben unsere Kirchen versagt?
Das Thema „Glaube“ stand auch im Mittelpunkt der vierten Ausgabe des Essener Autorenwettstreits Anfang März. Ohne den Glauben an eine höhere Instanz, an ein göttliches Wesen, an das Schicksal oder wenigstens an die Liebe, einfach an irgendetwas, was unserem Dasein einen übergeordneten Sinn verleiht, steht der Mensch ziemlich verlassen da. Ich wünsche den Theaterschaffenden viele gute Ergebnisse, denn das Theater lebt von der ständigen Erneuerung. Kinder, schafft Neues!
Ihr
Wulf Mämpel
Ehrenmitglied des Vorstandes